L8-Abendmahls-Fenster

Das dritte Fenster im linken Seitenschiff unserer Kirche ist das Abendmahlsfenster. Es ist auch dreiteilig, aber kürzer als die benachbarten Fenster. Wir sehen, wieder zwischen vielen gotischen Bauornamenten, Christus mit den Aposteln um den Abendmahlstisch. Der Herr nimmt als die wichtigste Person die Mitte ein. Er hält in der Linken einen Teller mit dem Brot und hat den Kelch mit dem Wein vor sich auf dem Tisch stehen. Die zwölf sitzen, stehen oder knien ziemlich wahllos um Christus herum. Das passt schlecht zu einem gemeinsamen Mahl und stört die erhabene Feier. Aber das dreiteilige Fenster war zu schmal, um die dreizehn Personen in einer Reihe an einem langen Tisch Platz nehmen zu lassen.
(Auf dem Abendmahlsbild im Chorfenster der Kirche zu Senden, das auch von Friedrich Stummel stammt, ist die Tischgesellschaft noch enger zusammengedrängt. Leonardo da Vinci dagegen hat auf seinem berühmten Abendmahlsbild Christus und die Zwölf in einer wunderbaren Ordnung (vier Dreiergruppen) dargestellt.)

Auf unserem Bild sitzen bzw. knien drei Apostel auf der Vorderseite. (Immerhin drehen sie dem Betrachter nicht den Rücken zu.) Alle Anwesenden tragen einen Heiligenschein außer Judas, dem Verräter. Man erkennt ihn an seinem Geldbeutel. Er ist schon im Begriff, den Saal zu verlassen.

Ohne einen erkennbaren Zusammenhang mit dem Abendmahlsbild sind die drei Heiligenbilder, die darunter stehen. Wir sehen nebeneinander Thomas von Aquin, Antonius von Padua und Klara von Assisi. Ihre Namen stehen unter den Bildern. Thomas von Aquin, der große Philosoph und Theologe (+1274), zeigt ein aufgeschlagenes Buch. Man muss wohl an eines seiner theologischen Werke denken.
Die hl. Klara von Assisi (+1253) wird mit einer Monstranz und Hostie dargestellt, weil sie durch ihr Gebet zum heiligsten Sakrament Assisi von dem Ansturm der Sarazenen befreit hat.
Antonius von Padua (+1231) trägt das Jesuskind auf den Armen - so sieht man den bedeutenden Gelehrten und Prediger meistens abgebildet. Als zweites Attribut hat er eine Lilie neben sich.

Antonius von Padua ist auf unserem Bild der wichtigste von den drei Heiligen. (Die beiden anderen waren seine Zeitgenossen) Vor ihm als seinem Namenspatron kniet nämlich der Vikar Anton Spöde, zu dessen Erinnerung dieses Fenster gestiftet wurde. Die Unterschritt lautet: "In memoriam Antonii Spöde per LX annos sacerdotis et vicarii in Lüdinghausen" - Zum Andenken an Antonius Spöde, der 60 Jahre Priester und Vikar in Lüdinghausen war.
Anton Spöde starb am 29.3.1897 im Alter von 93 Jahren.
Sein Grabstein liegt bei den Priestergräbern auf dem heutigen Friedhof. Im gleichen Jahr 1897 wurde das Kirchenfenster geschaffen.